Ratgeber · Stand 03.09.2026

Hochvolt-Qualifikation für KFZ-Techniker:innen: HV-1, HV-2, HV-3

Ohne Hochvolt-Qualifikation darfst du an einem E-Auto nur die Reifen wechseln. Drei Stufen, klare Regeln, überschaubare Kurse. Und ein guter Test, ob dein Betrieb in dich investiert.

Kurzantwort: HV-1 brauchst du, sobald du an einem E-Auto auch nur Reifen wechselst. HV-2 brauchst du, um das Hochvoltsystem freizuschalten und daran zu arbeiten. HV-3 ist die Spezialistenstufe für Arbeiten unter Spannung. Kurse gibt es in Graz, HV-2 dauert zwei Tage.

Warum das Thema nicht wartet

Das AMS schreibt der Kraftfahrzeugtechnik gute Beschäftigungsaussichten zu, macht sie aber „erheblich" von ständiger Weiterbildung abhängig, vor allem bei Hybrid- und Elektrotechnologie. Übersetzt: Wer Hochvolt kann, gehört zu den Gefragtesten der Branche. Wer es nicht kann, wird in ein paar Jahren an einem wachsenden Teil der Autos nicht mehr arbeiten dürfen.

Die drei Stufen nach OVE-Richtlinie R19

In Österreich regelt die OVE-Richtlinie R19, wer was an Fahrzeugen mit Hochvoltsystem tun darf. Die Ausbildungsstufen:

  • HV-1, Sicherheitsunterweisung: für nichtelektrotechnische Arbeiten an elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Reifentausch, Flüssigkeiten, Scheiben, 12-Volt-Batterie, Bremsen, Pickerl. Sensibilisiert für die Gefahren, ohne Eingriff ins HV-System.
  • HV-2, Techniker:in für HV-Systeme: Freischalten des Hochvoltsystems, Tausch von HV-Komponenten im spannungsfreien Zustand, Tausch der Traktionsbatterie. Das ist die Stufe, die eine Werkstatt braucht, um E-Autos selbst zu reparieren.
  • HV-3, Arbeiten unter Spannung: Arbeiten an der Traktionsbatterie unter Spannung. Spezialisten-Stufe, meist bei Herstellern, Batterieservice und Prüforganisationen.

Kurse in Graz: Dauer und Kosten

  • WIFI Steiermark (Graz), HV-1 Sicherheitsunterweisung: 4 Stunden, EUR 160,–. Für alle, die an HV-Fahrzeugen Reifen, Öl, Bremsen oder Pickerl machen.
  • WIFI Steiermark (Graz), E-Mobilität & Hochvolt Antriebe HV-2: 16 Lehreinheiten an zwei Tagen, EUR 480,–. Erfüllt die Anforderungen der OVE R19.
  • TÜV Austria Akademie, HV-1: 3,5 Stunden online, EUR 395,– netto. HV-2: zwei Tage, EUR 990,– netto. Voraussetzung sind elektrotechnische Grundkenntnisse, ein Lehrabschluss Kraftfahrzeugtechnik reicht.

Dazu kommen Herstellerschulungen, die viele Markenbetriebe zusätzlich verlangen. Preise und Termine ändern sich, prüf sie beim Anbieter. Die Größenordnung bleibt: Ein HV-2-Kurs kostet einen Betrieb weniger als eine Woche Ausfall.

Wer zahlt den Kurs?

Der bessere Betrieb. So einfach ist das. Zwei Tage Kurs plus Kursgebühr sind für eine Werkstatt, die E-Autos annehmen will, eine Investition mit klarem Nutzen. Wenn dein Chef sagt, das sei nicht notwendig, sagt er dir eigentlich, dass er dich in fünf Jahren nicht mehr braucht. Oder er hat den Wandel verschlafen. Beides ist ein Wechselgrund.

Frag konkret: „Schickst du mich heuer auf HV-2 und übernimmst du die Kosten?" Die Antwort sagt mehr über den Betrieb als jedes Mitarbeitergespräch.

Was es dir bringt

  • Sicherheit im doppelten Sinn: für dich beim Arbeiten und für deinen Job in zehn Jahren.
  • Verhandlungsmacht: HV-2-Techniker:innen sind knapp. Was das fürs Gehalt heißt, steht im Artikel Was verdient ein:e KFZ-Techniker:in in der Steiermark 2026?
  • Auswahl: Markenwerkstätten mit E-Modellen, freie Werkstätten, die aufrüsten, Prüforganisationen, Fuhrparks. Mit HV-2 stehen dir alle offen.

Und wenn dein Betrieb keine E-Autos annimmt?

Dann bekommst du die Praxis nicht, die den Kurs erst wertvoll macht. Wir kennen die Betriebe zwischen Graz und Hartberg, die bereits Hochvolt-Arbeitsplätze haben und ihre Leute schulen. Sag uns, wo du stehst, und wir schauen, welcher davon zu dir passt.

Quellen: automotive.at, „Hochvolt-Ausbildungen im Überblick" (OVE R19) · WIFI Steiermark, Kurse HV-1 und HV-2 (abgerufen September 2026) · TÜV Austria Akademie, Hochvolt- Ausbildung HV-1 und HV-2 nach OVE R19 · AMS Berufslexikon, Kraftfahrzeugtechniker:in. Stand: September 2026. Preise sind Momentaufnahmen.

Weißt du, was du wert bist?

Gehaltseinordnung, Weiterbildungspfade, passende Betriebe: kostenlos, vertraulich und ohne Wechselzwang. Oder schalt einfach den Job-Radar ein.